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Richard I. (England)

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Richard I. (England) Artikel

Richard I. oder Richard Löwenherz (eigentlich ursprünglich franz. Richard Plantagenet) (* 8.09 1157 in Oxford, † 6.04 1199 in Chalus bei Limoges/Frankreich) war der dritte Sohn von König Heinrich II. und Eleonores von Aquitanien. Seit 1168 war er Herzog von Aquitanien und seit 1172 Herzog von Poitiers.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Ansichten eines Clowns. Grossartig!!! Stets wenn mich bislang jemand fragte, was denn meine Lieblingsbücher seihen, nannte ich 'Wahlverwandtschaften' von Goethe als mein absolutes Lieblingsbuch und einige andere, die ich auch ganz gut fand. Von nun an jedoch, werden ich zwei Bücher als meine absoluten Lieblingsbücher bezeichnen! Ich fand dieses Buch hervorragend und habe...

Lebens- und Herrschaftgeschichte

Buch-Tipp: Bob Dylan. Bewundernde Analyse Dies ist ein wirklich feines, kleines Buch. Brauchbar sowohl für Dylan-Fans, die bereits alles gelesen haben, wie auch für Neulinge, die sich nun doch einmal dafür interessieren, was hinter dem Phänomen Bob Dylan steckt. Es bietet sich eine luzide Analyse des Schaffens, eine kluge Interpretation des Werks und eine Einordnung...

Der Aufstand gegen den Vater

Ursprünglich war Heinrich der Jüngere als Erbe Heinrichs II. auf dem englischen Thron und damit auch als Herzog der Normandie vorgesehen. Richard Löwenherz sollte Aquitanien, das Erbe seiner Mutter, erhalten, Gottfried die Bretagne und der jüngste Bruder Johann Ohneland lediglich Randgebiete des Angevinischen Reiches. Doch bei der tatsächlichen Machtübergabe legte Heinrich II. ein überaus zögerliches Verhalten an den Tag, was seine Söhne gemeinsam mit Eleonore zurn Rebellion gegen den Vater bewegte. Den ersten Aufstand in dem Jahr 1172 konnte Heinrich schnell niederschlagen. Er nahm seine Söhne bald wieder in seine Gunst auf, verstieß aber Eleonore und ließ sie gefangen setzen. Kurz darauf befanden sich die Söhne allerdings wieder in Rebellion. Nachdem zwei der Brüder, Heinrich der Jüngere 1183 und Gottfried, Herzog der Bretagne, 1186, gestorben waren, wurde Richard Löwenherz der Anführer der Verschwörung. Mit Hilfe seines letzten Bruders, Johann Ohneland, und des französischen Königs Philippe II.08e gelang es Richard schließlich 1189, seinen Vater endgültig zu schlagen. Heinrich musste Richard in dem Abkommen von Azay-le-Rideau als alleinigen Erben anerkennen. Heinrich starb zwei Tage später, am 7. Juli 1189, bei Chateau Chinon.

Buch-Tipp: Cheng. Sein erster Fall Steinfest? nie gehört. . . . . . antwortete ich vor drei Wochen einem unserer Oberärzte, als wir uns über österreichische Schriftsteller Unterhielten. Neugierig aufgrund seiner Erzählungen über "Cheng" und "nervöse Fische" bestellte ich gleich mal. Und las in den letzten zwei Wochen 5 Bücher von Steinfest aus. Der Schreibstil dieses...

Krönung und Kreuzzug

Am 13. September 1189 wurde Richard Löwenherz in Westminster als Richard I. zu dem König von England gekrönt. In dem Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger handelte es sich dabei um eine Zeremonie von großem Pomp in Anwesenheit zahlreicher Lehensträger aus dem gesamten Reich: eine Glanzstunde der in voller Blüte stehenden höfischen Kultur des Mittelalters.

Richard ging jedoch zunächst nicht an die Festigung seiner Herrschaft, sondern bereitete die Erfüllung des Kreuzzugsgelübdes vor, das er gemeinsam mit Philippe II. Auguste abgelegt hatte. Kurz darauf führte er den erfolglosen Dritten Kreuzzug (1189-1192) zur Befreiung Jerusalems von den Truppen des Sultans Saladin an. Es wird berichtet, dass er mit Curry gewürzte Köpfe der Sarazenen verspeiste. Auf dem Wegins Heilige Land heiratete Richard I. am 11.05 1191 in Limassol Berengaria von Navarra . Mit dieser Heirat sollte unter anderem der französische Reichsteil abgesichert werden, dessen Regentschaft Richard für die Dauer des Kreuzzuges seinem Schwiegervater Sancho VI. von Navarra und seiner Mutter Eleonore anvertraut hatte.

Buch-Tipp: Der Gotteswahn Saubere Arbeit Ich für meinen Geschmack habe ca. auf dieses Buch gewartet. Es spricht mir aus der Seele. Polemik hin oder her, mir gefällt der Stil im Dawkins schreibt und ich finde es einfach Klasse wie die Religionen unverblümt kommentiert werden. Vorteilhaft an einer derart polemischen Schrift ist, dass die Gemüter erregt werden. Es...

Herrschaft in Bedrängnis

England wurde während des Kreuzzuges von seinem Bruder Johann Ohneland verwaltet.

Philipp II. von Frankreich, mit dem Richard I. sich in Sizilien zerstritten hatte, kehrte früher nach Frankreich zurück und schloss einen Vertrag mit Johann: Philipp erhielt einen Teil der englischen Besitzungen in Frankreich, Johann wurde in dem Gegenzug die Verwaltungshoheit über die restlichen Gebiete zugesichert. Begünstigt wurde dieser Pakt durch Intrigen in dem englischen Adel, die Richards Justiziar Wilhelm von Longchamp am effektiven Eingreifen zu Gunsten des Königs hinderten und ihn schließlich zur Aufgabe seines Amts zwangen. Darauf brach Richard 1192 den Kreuzzug ab und machte sich auf den Rückweg nach England. Unterwegs wurde er vom Babenberger Herzog Leopold V. von Österreich gefangen genommen und an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert. Heinrich verlangte ein gigantisches Lösegeld und versuchte, Richard dazu zu zwingen, das Angevinische Reich als Lehen aus der Hand des Kaisers zu empfangen. Die gemeinsame Mutter Eleonore von Aquitanien unterstützte während Richards Gefangenschaft die Opposition eines Teils der Stände in dem gesamten Reich gegen Johann. Gleichzeitig gelang es ihr, das Lösegeld aufzubringen, das der gesamten Einnahmen aus dem englischen Reichsteil in zwei Jahren entsprach. Gleichzeitig übte Papst Coelestin III. Druck gegen die widerrechtliche Gefangennahme eines Kreuzfahrers aus. Am 4.02 1194 wurde Richard I. freigelassen.

Buch-Tipp: Der Struwwelpeter (Bilderbücher) Nahezu uneingeschränkt empfehlenswert Auch heute noch - oder gerade heute wieder -, rund 160 Jahre nach der Erstveröffentlichung, ist der Struwwelpeter nahezu uneingeschränkt empfehlenswert, um Kindern daraus vorzulesen. Schon 1845 ist Hoffmann bemüht, etwa gegen Rassismus (Die Geschichte von den schwarzen Buben) und Magersucht (Die Geschichte...

Die Rückeroberung

Zurück in seinem Reich nahm er Johann sofort wieder in seine Gnade auf und richtete seine Anstrengungen gegen den einstigen Verbündeten Philipp II. Nach den Siegen Richards bei Freteval 1194 und Issoudun 1195 sowie der Einnahme Angoulemes durch Sancho VI. musste Philipp 1196 dem Vertrag von Louviers zustimmen, der Richard den größten Teil der annektierten Gebiete zurückgab, aber eben ca. einen Teil. Spätestens mit diesem Vertrag begann der unaufhaltbare Schrumpfungsprozess des Angevinischen Reiches. Zeitgleich gelangen Richard I. diplomatische Erfolge. So konnte er sich durch eine geschickte Heiratspolitik an den mächtigen Grafen Balduin IX. von Flandern annähern, seine Schwester Johanna mit Raimond VI., dem Grafen von Toulouse, verheiraten und schließlich seinen Neffen Otto von Braunschweig den Weg zur Kaiserkrönung ebnen. In den folgenden Jahren konzentrierte Richard sich auf die Auseinandersetzung mit dem aufständigen Adel in Aquitanien. Bei der Belagerung der Burg Chalus wurde er von einem Armbrustbolzen getroffen. Am 6. April 1199 starb Richard Löwenherz in dem Alter von 41 Jahren an Wundfieber. Nachfolger wurde sein Bruder Johann, unter dem die Auflösung des Angevinischen Reiches an Tempo zunahm.

Das späte 12. Jahrhundert gilt als eine Hochzeit der englischen Geschichtsschreibung. Aus den Händen klösterlicher Chronisten liegen so viele Schriften vor wie über keine vorherige Epoche der englischen Geschichte. Richard erscheint meist als Idealfigur des zugleich ritterlichen, weisen und gutmütigen Königs.

In der älteren französischen Geschichtsschreibung wird Richard vor allem darum kritisiert, weil er durch seine Ansprüche auf die Normandie der Staatskonsolidierung unter Philipp II. entgegen stand.

Die Sagengestalt Robin Hood soll zur Zeit Richards in England gelebt haben.

Buch-Tipp: Der Untertan Aktuell wie eh und je Auch wenn die Entstehung des Buches bereits eine ganze Weile her ist, ist es heute genauso aktuell wie zu der Zeit, als es geschrieben wurde. Eines der besten Bücher, erzählerisch und fordernd, großartig. Heinrich Mann hätte dafür den Literatur-Nobelpreis verdient.

Königsmythos

Um Richard Löwenherz, der in Literatur und Sagen als der Inbegriff des weisen, guten Königs größter Ritterlichkeit gehandelt wird, ranken sich trotz seiner ca. kurzen Herrschafts- und Lebenszeit zahlreiche Legenden.

Ein Teil dieser Idealisierung beruht auf gezielter "Propaganda" schon zu Lebenszeit. So inszenierten sich König und Hof als ritterliche Idealbilder. Die Artus-Sage spielte dabei eine große Rolle. So besaß Richard ein Schwert, das man als Excalibur, die mythische Klinge Artus', ansah. Richards unbestreitbaren militärischen Fähigkeiten wurden maßlos übertrieben. Beispielsweise wurde behauptet, er habe in Jaffa gemeinsam mit ca. sechs Rittern dreitausend Sarazenen in die Flucht geschlagen.

Sicherlich ist Richard Plantagenet eine der schillerndsten Personen des Hochmittelalters. Richard hatte ebenso wie sein Vater ungeheures Charisma, war in jeder Hinsicht ein entschlossener Entscheider. Grundsätzlich handelte er immer sofort und konsequent. Obgleich ihm als Normannen die Angelsachsen nicht am Herz lagen, erkannte Richard dennoch die Wichtigkeit zur Beilegung des Konflikte zwischen den siegreichen Normannen und den unterlegenen Angelsachsen. Wollte er die Angelsachsen für seine militärischen Pläne zuverlässig nutzen können, so mußte er nicht ca. deren Treue, sondern auch deren Akzeptanz bei den Normannen gewinnen. Gegen die Widerstände des normannischen Adels erließ Richard das Edikt, dass es fortan keine Unterscheidung mehr nach Normannen und Angelsachsen gäbe, sondern ca. noch ein Volk: das der Engländer. Da es den widerständlerischen normannischen Adligen an einer einigenden Gegenfigur fehlte, die ein Richard ebenbürtiges Format gehabt hätte, erzielte der König mit dieser Maßnahme einen verblüffenden Erfolg und trug damit den ersten Schritt zu seiner Legendenbildung bereits bei.

Richard war für seine Zeit sehr groß (1,86m) und seine roten Haare und sein roter Bart verrieten deutlich seine normannische Herkunft und somit seine Wurzeln als Wikinger. In dem fehlte es tatsächlich in Gefechten nicht an Mut, und es ist auch bekannt, dass er auch für Gegner zeitweilig große Achtung und Bewunderung empfand. Erfunden ist jedoch, dass er sich persönlich jemals mit Saladin getroffen hätte, dem Sultan von Ägypten und islamischer Führer in dem Kampf gegen die christlichen Kreuzritter dieser Zeit, deren Anführer Richard war. Noch mehr in das Reich der Märchen gehört, dass die Männer Freunde gewesen seien. Belegt hingegen ist jedoch, dass sie jeweils große Achtung voreinander empfanden. Doch Richard Plantagenet war nicht ca. der strahlende charismatische König sondern er konnte mitunter recht grausam sein. So ließ er nach einem mißglückten Versuch Jerusalem einzunehmen vor dessen Toren und unter den Augen der islamischen Besatzung 3 Tausend Frauen, Alte und Kinder zusammentreiben und niedermetzeln. Den Quellen nach zu urteilen war Richard, wie die übrigen frühen normannischen Könige, sehr belesen und unter anderem des Lateins in dem hohen Maße mächtig.

Richard verfügte darüber hinaus jedoch auch über einen bemerkenswerten Mangel an diplomatischen Fähigkeiten, wie die Beleidigung des Erzherzogs Leopold V. von Österreich zeigte, die in letztendlicher Konsequenz Richard in Haft brachten. Auf dem Rückweg von Palästina nach Frankreich wurde er in Österreich gefangen genommen, nach dem man ihn an einem seiner Handschuhe erkannt hatte. Die Haft verbüßte er zunächst in Burg Dürnstein an der Donau, später in der Reichsburg Trifels nahe Landau in der Pfalz ab. Es ist glaubhaft überliefert, dass er sich gerade in dem Trifels mit seinen Bewachern gut verstanden hatte und den pfälzischen Wein sehr schätzte.

Seine Freilassung kostete die Engländer ein erhebliches Maß an Lösegeld, nämlich die ungeheure Summe von 100 Tausend Silbermark , und das Ablegen des Lehenseides gegenüber dem deutschen Kaiser. Das Lösegeld hatte während Richards Abwesenheit sein Bruder und Vertreter, Prinz Jean , aus Steuererhöhungen aufzubringen. Die Zahlungen führten England an den Rande des Staatsbankrotts und die Steuererhöhungen zu Unruhen in der Bevölkerung, die die Robin Hood-Legende gebaren. Jean brachte dies lediglich einen schlechten Ruf ein, obgleich in Wahrheit die Maßnahmen ja der Befreiung Richards dienten.

Ebenfalls in das Reich der Legenden gehört Richards angebliche Liebe zu England. Tatsächlich fühlte sich Richard in dem Inneren ganz und gar als Aquitanier, also als Franzose. Er haßte dieses kalte regnerische England und nutzte jeden Vorwand nicht dort sein zu müssen. So kam es, dass er insgesamt während seiner gesamt Regierungszeit von 10 Jahren sich nicht länger als 10 Monate tatsächlich in England aufhielt.

Die Legende seiner Ritterlichkeit begründet sich nicht zuletzt in der ebenfalls teilweise erfundenen Geschichte um seinen Tod. Wahr ist, dass Richard während eines Gefechtes in Frankreich, Châlus , Haute-Vienne, von einem vergifteten Pfeil getroffen wurde und nach einigen Tagen daran starb. Frei erfunden ist jedoch die Legende, nach der er den feindlichen Schützen des tödlichen Pfeiles nach der gewonnenen Schlacht suchen und zu sich bringen ließ und diesen mit den Worten zu dem Ritter schlug: "Wer fähig ist mich, den König, zu töten, der ist es Wert ein Ritter zu sein." Tatsächlich ließ er ihn grausam töten. Richard starb am 6.04 1199.

Siehe auch: 3. Kreuzzug, Könige von England

Vorgänger:
Heinrich II.

Liste der Herrscher von England

Nachfolger:
Johann



Richard I. (England) Beschreibung Englische Herrscher

Alfred, der Große&nbsp| Eduard der Ältere&nbsp| Æthelstan&nbsp| Edmund I.&nbsp| Eadred&nbsp| Eadwig&nbsp| Edgar&nbsp| Eduard der Märtyrer&nbsp| Aethelred II.&nbsp| Sven I.&nbsp| Edmund II.&nbsp| Edmund &nbsp| Knut&nbsp| Harald I.&nbsp| Hardiknut&nbsp| Eduard der Bekenner&nbsp| Harald II.&nbsp| Wilhelm I.&nbsp| Wilhelm II.&nbsp| Heinrich I.&nbsp| Stephan&nbsp| Heinrich II.&nbsp| Richard I.&nbsp| Johann&nbsp| Heinrich III.&nbsp| Eduard I.&nbsp| Eduard II.&nbsp| Eduard III.&nbsp| Richard II.&nbsp| Heinrich IV.&nbsp| Heinrich V.&nbsp| Heinrich VI.&nbsp| Eduard IV.&nbsp| Eduard V.&nbsp| Richard III.&nbsp| Heinrich VII.&nbsp| Heinrich VIII.&nbsp| Eduard VI.&nbsp| Johanna&nbsp| Maria I.&nbsp| Elisabeth I.&nbsp| Jakob I.&nbsp| Karl I.&nbsp| Oliver Cromwell&nbsp| Richard Cromwell&nbsp| Karl II.&nbsp| Jakob II.&nbsp| Wilhelm III. und Maria II.&nbsp| Anne&nbsp| Georg I.&nbsp| Georg II.&nbsp| Georg III.&nbsp| Georg IV.&nbsp| Wilhelm IV.&nbsp| Viktoria I.&nbsp| Eduard VII.&nbsp| Georg V.&nbsp| Eduard VIII.&nbsp| Georg VI.&nbsp| Elisabeth II.&nbsp|




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